Informationsseite zur Meerschweinchenzucht

 

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Einleitung     Herkunft Meerschweinchen    Biologische Daten Meerschweinchen    Meerschweinchenverpaarung   Entwicklung Schwangerschaft   Entwicklung der Jungen   Krankheiten

(die fehlenden Punkte werden demnächst ergänzt)


Einleitung

Informationen zur Zucht gibt es im Internet zu genüge, vor allem auch zur Farbvererbung und Genetik. Darin bin ich nicht so bewandert.

Doch was heisst es denn überhaupt Meerschweinchen zu züchten.

Grundsätzlich gibt es den Liebhaber, der einfach mal aus Plausch Junge haben will und zwei beliebige Meerschweinchen miteinander verpaart. Das Resultat daraus sind meistens bunte Hausmeerschweinchen, so nennt man alle Meerschweinchen, die nicht einer bestimmten Rasse zugeordnet werden können.

Ich selber zähle mich zu den Hobbyzüchtern, denn ich züchte Meerschweinchen aus Plausch und Freude an den Tieren, aber verfolge auch ein gewisses Ziel. Nämlich die einzelne Rasse zu fördern und zu verbessern und nur mit den besten und gesunden Tieren zu züchten.

Vorneweg muss man sich im Klaren sein, was denn der Zweck und das Ziel der Meerschweinchenzucht sein soll. Denn schlussendlich müssen für die "Resultate" also Jungtiere, die man ja nicht alle selber behalten kann, gute und artgerechte Lebensplätze gefunden werden, was sich auch nicht immer einfach gestaltet. Denn manchmal ist die Nachfrage gross oder eben nicht so gross. Ich selber gebe keine Tiere in Zoohandlungen ab, obwohl ich auch schon angefragt worden bin, Tiere zu liefern.

Dann gibt es noch die Vermehrerzuchten, das sind Leute, die auf Profit aus sind und die Weibchen non-stop ohne Pause belegen lassen um möglichst viele Jungtiere zu verkaufen. Tiere aus solchen Zuchten sollte man nicht kaufen, sonst unterstützt man nur solche unseriösen Vermehrerzüchter.

Wenn man Meerschweinchen seriös züchten will, dann verdient man kein Geld, es ist und bleibt in dem Sinne ein Hobby. Ein Hobby, das mit dem Erlös der Jungtiere grade kostendeckend sein sollte.

Es gibt viel zu bedenken wenn man züchten will:

- welcher Grössenrahmen, wieviel Platz habe ich
- grosszügige Ställe, wenn möglich Ausläufe
- Tierarztkosten, Meerschweinchen werden leider auch krank
- Platz für Nachwuchs
- anfallender Mist
- Zeitaufwand
- was mache ich in den Ferien oder bei Krankheit, wer könnte die Tiere ersatzhalber betreuen
- und und und, Liste ist nicht abschliessend

 

Hat man sich entschieden zu züchten, gilt es nun die Tiere bzw. die Rasse, mit der man züchten will, zusammenzustellen.

Bei Hausmeerschweinchen gestaltet sich dies noch relativ einfach, denn hier kann man kreuzen, was gefällt, hauptsache die Ausgangstiere sind gesund.

Bei Rassemeerschweinchen ist es schon schwieriger. Denn zuerst muss man Züchter solcher Rassen finden und vielleicht auch einige Monate Geduld haben, bis wieder Tiere der gewünschten Rasse fallen und zum Verkauf stehen.

Die zukünftigen Rassenzuchttiere sollten frei von Mängeln sein, nun, was heisst Mängel. Mängel können zum Beispiel Faltohren, Fellfehler, Fehlwirbel, Kleinwüchsigkeit, Erbkrankheiten etc. sein. Man muss ich aber als Züchter auch bewusst sein, dass man Tiere einkaufen kann, die Fehler tragen, aber nicht zeigen. Solche Fehler wie z.B. ein Fahltohr oder eine Erbkrankheit kann sich über Generationen vererben, ohne hervorzutreten. Kreuzt man zwei Tiere, die diese Fehler tragen oder betreibt Linienzucht (Inzucht), können die Fehler hervortreten. Solche Tiere kann man dann entsprechend ausselektionieren.

Züchten hat nicht nur schöne Seiten. Leider werden die Tiere auch krank oder man verliert Zuchtweibchen an Schwangerschaftsvergiftungen und so weiter. Manchmal ist auch der Umgang mit den Leuten, die Meeris kaufen wollen, nicht immer einfach. Man muss auch in Kauf nehmen, dass das Telefon an einem Sonntag morgen um 08.00 Uhr schon klingelt, weil das Gegenüber ein Inserat da und dort in einer X-Zeitschrift gelesen haben. Dies muss sich jeder Züchter im Klaren sein. Auch sollte er für spätere Beratungen bereit sein, allenfalls auch Tiere aus seiner Zucht, die verkauft wurden und nun doch nicht mehr gehalten werden können, zurückzunehmen und so weiter.

Diese Gedankesanstösse möchte ich zum Thema Informationen zur Zucht vorausschicken.

So und nun zum Thema:

Der beste Zeitpunkt, um sein Meerschweinchen zum ersten Mal decken lassen, ist mit 5-7 Monaten oder wenn das Tier etwa 700 Gramm schwer ist. Es sollte noch nicht ausgewachsen, also höchstens 10 Monate alt sein, da bei älteren Tieren, die zum ersten Mal werfen, mit Komplikationen zu rechnen ist. Man sollte auch nur starke Tiere zur Zucht verwenden, da es sonst zu schwachem Nachwuchs führt.


Die Schwangerschaft

Die Schwangerschaft bei Meerschweinchen verläuft meistens problemlos. Die Tragzeit dauert zwischen 62 und 70 Tagen. Mit mehr Jungen im Bauch verkürzt sie sich im Normalfall die Schwangerschaft.
In den ersten vier Wochen merkt man dem Weibchen überhaupt nichts an. Erst nach einem Monat wird sie langsam dicker und kann, in den letzten zwei Wochen vor der Geburt, je nach Zahl der Jungen äußerst dick und plump werden. Ansonsten verhält sie sich ganz normal. Während der Trächtigkeit sollte man sehr behutsam mit dem Tier umgehen und sollte es auf keinen Fall jagen beim einfangen. Das würde grossen Stress für das trächtige Tier bedeuten.

 

Die Geburt

Die Geburt findet am Tage oder Nachts statt. Dabei kommt die Mutter mit allem sehr gut alleine klar. Es kann passieren, das tote Junge zur Welt kommen, es kann aber auch sein, dass sie erst nach der Geburt sterben, z.B. wenn sie zu schwach sind oder aus Versehen erdrückt wurden im Eifer des Gefechtes. Im Allgemeinen ist die Geburt aber eine eher unblutige und unkomplizierte Angelegenheit. Die männlichen Tiere sollten nicht bei der Geburt im Käfig bleiben (ausser kastrierte Männchen), denn kurz nach der Geburt wird das Weibchen erneut geschlechtsreif und sollte aus Gesundheitsgründen nicht sofort wieder schwanger werden. Die Jungen kommen fertig entwickelt zur Welt. Es ist fast wie ein. Wunder, wenn erst zwei Stunden alte Meerschweinchen ihre Umgebung erkunden und am ersten Heu knabbern. Bilder von einer Geburt findet ihr hier.

 

Geschlechtsbestimmung


Bereits bei den Neugeborenen sind die Geschlechter leicht voneinander zu unterscheiden:

Bei den jungen Böcken gleicht die Geschlechtsregion einem i . Zwischen Penis und After befindet sich ein deutlicher Abstand. Ein leichter Daumendruck auf den Bauch oberhalb der Genitalöffnung lässt den Penis hervortreten.

Die Geschlechtsregion der Weibchen gleicht einem  Y, in dessen oberen Teil die Harnröhre mündet. Dieses Y bleibt auch bei leichtem Druck auf den Bauch erhalten.


 

Geschlechtsreife

Über die Geschlechtsreife junger Meerschweinchen gibt es recht unterschiedliche Erkenntnisse.

Bei den Weibchen liegen sie zwischen dem 27. und 134. Lebenstag.

Die Geschlechtsreife junger Böcke wird häufig mit 60 Tagen angegeben. Der Hodenabstieg erfolgt sechs Wochen nach der Geburt. Die Männchen ejakulieren zwar mit zwei Monaten zum ersten Mal, fruchtbar sind sie jedoch erst mit etwa drei Monaten. Von den Weibchen sollte man sie schon mit 4 Wochen getrennt werden, denn man kann ja nie wissen....

 


Krankheiten


Trotz guter Pflege kann ein Meerschweinchen krank werden. Meistens bemerkt man dies durch das veränderte Verhalten des Tieres. Durch genaue Beobachtung stellt man kleinste Veränderungen fest.

Zu einem gesunden Meerschweinchen gehören folgende Punkte:

- aufmerksam
- lebhaft
- guten Appetit.
- dichtes, glänzendes, parasitenfreies Fell.
- riecht angenehm (nach Heu oder Stroh)
- klare, glänzende Äuglein
- trockene und saubere Ohren und Lippen.
- trockene bis leicht feuchte Nase.
- kaut ohne Probleme und ohne zu speicheln.
- saubere Fußsohlen und eine saubere Analregion.
- atmet ruhig und gleichmäßig (ausser wenn es sich erschreckt)
- kompakt und wohlgeformt.

Wenn einer dieser Punkte nicht erfüllt wird, könnte das auf eine Krankheit hinweisen. Ein Besuch beim Tierarzt ist angesagt. Dafür sollte eine geeignete Transportbox verwendet werden, die mit Zeitungen oder Tücher oder aber auch Heu/Stroh ausgelegt ist.

 Verschiedene Arten von Krankheiten

Krankheiten haben verschiedene Ursachen, sie können verursacht werden durch:

- Falsche Haltung
- Falsche Ernährung
- Bakterien / Viren
- Parasiten
- Erbkrankheiten
- Verletzungen
- durch Futter oder fremde Tiere eingeschleppt

Hier sind einige Krankheiten von A-Z aufgeführt (längst nicht alle)

Augenerkrankungen:
Das Auge tränt, ist eventuell mit einem weisslichen Belag aufgehellt, manchmal weisslicher Ausfluss.
Ursachen: Infektionen/Entzündungen durch Fremdkörper, Zugluft, Bakterien, Viren

Auch kann es einmal zu einem Augenverlust kommen, verursacht zum Beispiel durch einen Biss oder eindringen eines Fremdkörpers.

Zu den Erbkrankheiten gehören auch ein Fettauge, es bedarf hier keiner speziellen Behandlung, doch sollte mit solchen Tieren nicht weitergezüchtet werden. Erkennbar ist ein Fettauge durch ein gut sichtbares Fettwülstchen und ein herunterhängendes Augenlied.



Ballenentzündungen
Ursachen: Ev. Verletzung, feuchte schmutzige Einstreu
Entzündungshemmende Salbe (z.B. Ringelblume) verwenden, gute Hygiene
(Achtung, bei einigen Meerschweinchen kann sich an den Ballen hornartiges Gewächs bilden, das ist nur Hornhaut, die kann vorsichtig mit einer Nagelzange entfernt werden). Erfahrungsgemäss kann es auch einmal bei hochträchtigen Weibchen vorkommen, die extrem viel Gewicht herumtragen, dass sich ein Vorderballen entzündet.

Durchfall:
Ursachen: Verdorbenes Grünfutter, falsche Fütterung: Nur Heu und Wasser (ev. Fenchel- oder Kamillentee) anbieten. Hilft dies nach 2-3 Tagen nicht, so kann auch z.B. Kokzidiose oder anderes die Ursache sein, in diesem Fall sofort den Tierarzt aufsuchen. Meerschweinchen verlieren sehr schnell an Kraft (Flüssigkeitsverlust)


Erkältungen:
Ursachen: Mangelerscheinungen (durch geschwächtes Immunsystem), Zugluft, Infektion durch Viren etc. Das Tier sollte warmgehalten werden und Vitaminpräparate erhalten. Je nach Auslöser muss ev. mit Antibotika behandelt werden (Gang zum Tierarzt)

Zu Reizschnupfen kann es durch sehr staubige Einstreu oder Heu kommen. Aber auch Gase, die sich durch ätzende Putzmittel entwickeln können der Auslöser sein. Wenn der Reizschnupfen nach Abstellen dieser Ursachen nicht weggeht, muß ein Tierarzt herangezogen werden.




Eierstockzysten (weibliche Tiere):
Ursachen:  Hormone spielen "verrückt", tritt als Verdickung am Körper und Haarausfall an den Flanken auf, oft im Alter 2-4 Jahren können solche Zysten häufig auftreten. Nur eine Hormonbehandlung und vielleicht sogar eine Operation bringen Abhilfe.


Ektoparasiten:
Ursachen:  Ektoparasiten sind äusserliche Parasiten, die sich auf die Haut des Tieres setzen. Dazu gehören Haarlinge, Milben, Flöhe und Läuse. Daß das Schweinchen befallen ist, sieht man u.a. an kahlen Stellen im Fell und schuppiger oder krustiger Haut, oder man entdeckt einen Parasit direkt. Kann durch Futter eingeschleppt werden oder durch fremde Tiere. Mittel dagegen erhält man beim Tierarzt, ich empfehle Puder und Sprays, da Shampoos bzw. Baden viel Stress für die Tiere bedeuten und sie sich leicht erkälten können. Man sollte mindestens 1-2 mal nachbehandeln, um auch die frischgeschlüpften Parasiten (Eier) zu vernichten.




Endoparasiten
Ursachen: Endoparasiten sind innere Parasitzen, wie Bandwürmer, Kokzidiose, Leberegel und Rundwürmer. Werden meistens über Kot aufgenommen. Kann bemerkt werden durch Kotveränderungen, verminderter Appetit und Abmagerung, Aphathie (Teilnahmelosigkeit).Kotanalyse bringt Aufschluss. Besuch beim Tierarzt erforderlich.


Hitzeschlag
Ursache: Direkte Sonneneinstrahlung. Muskelzittern, flaches Daliegen und wenig Atmung deuten auf einen Hitzeschlag hin. Manchmal sind die Tiere im Kinnbereich nass. Das Tier muß sofort ins Kühle und Wasser bekommen. Beinchen und Lippen mit Wasser benetzen. Auch ein kühles trockenes Tuch kann man über das Tier legen.


Kotabsatzbeschwerden:
Ursachen: Flüssigkeitsmangel auftreten. Ein deutliches Zeichen dafür ist, wenn sich die sog. "Perinealtasche" um den After dick und hart anfühlt. Dem Tier hilft es, wenn man mit kreisenden Bewegungen das Bäuchlein massiert. Körnerfutter sollte man für ein paar Tage nicht füttern, dafür viel frisches Grün, wie Löwenzahn.


Pilzbefall (Mykose):
Ursachen: Schwaches Immunsystem, Einschleppung durch andere Tiere, Pilzerreger im Futter (Heu/Stroh), grosse Feuchtigkeit etc. Kreisrundem Haarausfall mit rötlichem Rand, schuppigen, borkigen Belägen und Juckreiz. Beim Tierarzt geeignetes Mittel verlangen. Ringelblumensalbe, Apfelessig können ebenfalls angewendet werden (natürliche Mittel) oder auch Stärkung des Immunsystem z.B. mit Laktobazillen. Stress kann pilzfördernd sein. Achtung, Pilz ist auf Mensch übertragbar, entsprechende Hygienemassnahmen sind zu treffen.





Verletzungen:
Ursachen: Kratzer, Bisse oder sehr kleine Wunden. Kann man meist selber behandeln. Bei Bissen ev. Abszessbildung! Die Wunde kann mit Jod- oder Wundsalbe behandelt werden. Ev. Fell an der Stelle kürzen. Wunde sauberhalten.


Zahnprobleme:
Ursachen: Erbbedingte Zahnfehlstellungen, zuwenig Möglichkeiten die Zähne abzunutzen (durch rauhes und hartes Futter wie Heu, manchmal Brot, Äste etc). Zähne des öfteren überprüfen. Bei Fehlstellungen Gang zum Tierarzt für eine Korrektur.

Zitzenentzündungen (Mastitis)
Ursachen: Bakterien, Überreizung. Zitze kann gerötet sein oder auch stark angeschwollen und hart. Entzündungshemmende Salbe verwenden (Tierarzt fragen). Auch sehr gut hilft Eutersalbe für Kühe.

Für alle Krankheiten gilt: Das Meerschweinchen braucht besonders viel Ruhe und Zuwendung, denn so kann es am schnellsten gesund werden.

 

Fortsetzung folgt
 
 


 
 

 

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